Algier, 1938. Meursault (Benjamin Voisin), ein stiller, unauffälliger Angestellter Anfang dreißig, nimmt ohne sichtbare Gefühlsregung an der Beerdigung seiner Mutter teil.
Am nächsten Tag beginnt er eine Affäre mit seiner früheren Kollegin Marie (Rebecca Marder) und kehrt in seinen gewohnten Alltag zurück.
Dieser wird jedoch bald durch seinen Nachbarn Raymond (Pierre Lottin)gestört, der Meursault in seine zwielichtigen Machenschaften hineinzieht – bis es an einem glühend heißen Tag am Strand zu einem schicksalhaften Ereignis kommt ...
"Jeder Mann, der bei der Beerdigung seiner Mutter nicht weint, läuft Gefahr, zum Tode verurteilt zu werden." So fasste Albert Camus, Nobelpreisträger für Literatur, sein Werk "Der Fremde" (L’Étranger) zusammen, als er gebeten wurde, ein Vorwort für die amerikanische Übersetzung seines berühmten Romans zu schreiben. Mit seiner meisterlichen Neuinterpretation von Albert Camus’ gleichnamigem Literaturklassiker gelingt François Ozon ("Wenn der Herbst naht", "Swimming Pool", "8 Frauen") ein virtuoses Werk von zeitloser Relevanz. In betörenden Schwarzweißbildern erzählt und getragen von einem erlesenen Ensemble um Benjamin Voisin ("Sommer 85", "Verlorene Illusionen"), Rebecca Marder ("Mein fabelhaftes Verbrechen", "Eine Frau mit berauschenden Talenten") und Pierre Lottin ("Die leisen und die großen Töne", "Bon Voyage"), markiert der Film einen künstlerischen Höhepunkt in Ozons vielschichtigem Œuvre. "Der Fremde" feierte seine umjubelte Weltpremiere im Wettbewerb der 82. Internationalen Filmfestspiele von Venedig.